Antriebselemente

Teil von Antriebe auslegen: Drehmoment, Drehzahl und Lastprofil Schritt für Schritt

Was Antriebsauslegung kostet und welche Posten dabei anfallen

Kosten der Antriebsauslegung: Stundenaufwand je Auslegungsstufe, Stundensätze 2025 netto, Softwarelizenzen, Messfahrten, Nachweise und Förderwege.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Kostenblöcke: Ingenieurstunden, Softwarelizenzen, Messfahrten, Nachweise, Förderabwicklung.
  • Externe Auslegung kostet netto 90 bis 180 Euro pro Stunde, Stand 2025, zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer.
  • Eine vollständige Servoauslegung liegt im Beispiel bei 10.708 Euro netto.
  • Förderfähig sind meist externe Beratung, Erprobung und Software, selten rein interne Rechenzeit.
  • Angebote ohne Aufwandssplit je Auslegungsstufe lassen sich schlecht vergleichen.

Auslegungsstufen und ihre Stundenaufwände

Vier Stufen decken die meisten Projekte im Maschinenbau ab. Jede Stufe hat eigene Stunden und eigene Nachweise.

| Auslegungsstufe | Typischer Aufwand | Ergebnis | | Überschlag und Grobauslegung | 4 bis 8 Stunden | Antriebsart, Leistungsklasse und grober Übersetzungsfaktor | | Vordimensionierung | 12 bis 24 Stunden | Baugröße, Übersetzung, Lager, Strombedarf | | Feindimensionierung | 30 bis 60 Stunden | Lastkollektiv, Lebensdauer, Wirkungsgrad, Sicherheitsfunktion | | Verifikation und Nachweis | 16 bis 40 Stunden | Messfahrt, Prüfbericht, Dokumentation |

Die Spannen sind Marktbänder, kein Normwert; sie dienen als Beispiel für die Angebotsprüfung. Wer intern auslegt, braucht zusätzlich Zeit für Abstimmung, Freigabe und Dokumentation. Rechnen Sie 10 bis 20 Prozent Aufschlag auf die reinen Rechenstunden, Beispiel.

Wie knapp Ingenieurstunden sind, hängt von der Auslastung des Maschinenbaus ab. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu Konjunktur- und Produktionsdaten für das Verarbeitende Gewerbe: Industrie und Verarbeitendes Gewerbe beim Statistischen Bundesamt.

Stundensätze mit Stand 2025

Vier Anbietergruppen sind üblich. Alle Werte netto, zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer, Stand 2025, als Beispiel:

  • Interne Auslegung, Vollkosten: 55 bis 75 Euro pro Stunde.
  • Externes Ingenieurbüro: 90 bis 140 Euro pro Stunde.
  • Applikationstechnik beim Hersteller: 120 bis 180 Euro pro Stunde.
  • Spezialist für Getriebe oder Sicherheitsfunktionen: 150 bis 220 Euro pro Stunde.

Interne Sätze leiten Controller aus Verdienststatistiken und Personalnebenkosten ab, nicht aus Listenpreisen. Für Angebotsvergleiche lohnt eine Indexierung auf Preisindizes, etwa Verbraucherpreisindex und Inflationsrate beim Statistischen Bundesamt.

Hersteller verrechnen Auslegung mitunter günstiger, wenn eine Bestellung folgt. Klären Sie, ob der Satz an eine Abnahme gebunden ist. Reisekosten stehen selten im Stundensatz. Kalkulieren Sie 150 bis 600 Euro pro Einsatztag, Beispiel. Wochenend- und Nachtschichten kosten Zuschläge von 25 bis 50 Prozent, Beispiel.

Softwarelizenzen, Messfahrten und Nachweise

Software für Auslegung und Getriebeberechnung ist ein eigener Posten. MDESIGN beschreibt die Funktionen seiner Berechnungssoftware für Antriebs- und Getriebeberechnungen: Technische Berechnungssoftware MDESIGN. Eine Jahreslizenz für einen Arbeitsplatz liegt im Beispiel zwischen 2.000 und 6.000 Euro netto, die Wartung bei 18 bis 22 Prozent pro Jahr.

Rechnen Sie Softwarekosten nicht auf eine Auslegung, sondern auf alle Projekte des Jahres. Bei drei Projekten sinkt der Projektanteil im Beispiel auf 300 bis 2.000 Euro.

Messfahrten und Nachweise fallen projektbezogen an:

  • Prüfstandstag beim Hersteller: 1.200 bis 3.500 Euro netto, Beispiel.
  • Messtechnik und Sensorik für eine Woche: 800 bis 2.500 Euro netto, Beispiel.
  • Nachweis der Sicherheitsfunktion nach ISO 13849: 2.500 bis 8.000 Euro netto, Beispiel.
  • EMV-Nachweis im externen Labor: 3.000 bis 9.000 Euro netto, Beispiel.

Beispielrechnung: Servoachse für eine Verpackungsmaschine

Die folgende Beispielrechnung zeigt eine Auslegung mit externer Unterstützung:

  1. Grobauslegung intern: 6 Stunden mal 68 Euro = 408 Euro.
  2. Feindimensionierung extern: 40 Stunden mal 95 Euro = 3.800 Euro.
  3. Messfahrt beim Hersteller: 1 Prüfstandstag = 2.400 Euro.
  4. Nachweis der Sicherheitsfunktion: 3.200 Euro.
  5. Umlage der Softwarelizenz auf das Projekt: 900 Euro.

Summe: 10.708 Euro netto, zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer 12.742,52 Euro. Beispiel.

Die Amortisation hängt an der Fehlerquote. Ein Beispiel: sinkt der Ausschuss um 0,8 Prozentpunkte, entspricht das bei 500.000 Euro Jahresproduktionswert 4.000 Euro Einsparung pro Jahr. Die 10.708 Euro wären nach rund 2,7 Jahren zurückverdient. Beispiel, keine Zusage.

Checkliste für den Angebotsvergleich

Für die Bewertung von Angeboten hilft eine kurze Prüfliste. Fehlt ein Punkt, gehört er in die Verhandlung.

  • Stundensatz je Auslegungsstufe, nicht nur ein Mischsatz.
  • Datenlieferung: Wer stellt Lastkollektiv, Zeichnungen, Motorparameter?
  • Messfahrten mit Gerät, Anfahrt und Auswertung getrennt ausweisen.
  • Nachweise mit Norm, Prüfstelle und Gültigkeitsdauer benennen.
  • Nachtragsregeln für Änderungen nach Freigabe der Feindimensionierung.

Förderwege für Auslegung und Erprobung

Zuschüsse greifen meist bei externen Leistungen. Die Förderdatenbank von Bund und Ländern listet Programme nach Branche, Region und Vorhaben: Förderdatenbank für Förderprogramme. Relevant für Auslegung sind ZIM für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Mittelstand, go-digital für Digitalisierungsberatung sowie Kredite der KfW für Innovation und Digitalisierung.

Förderquoten liegen im Beispiel bei 30 bis 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Der Antragsaufwand beträgt 20 bis 60 Stunden und ist selbst kein förderfähiger Posten. Interne Auslegungsstunden sind nur in Ausnahmefällen erstattungsfähig. Anträge laufen über die Bewilligungsstellen der Länder. Planen Sie vier bis zehn Wochen Vorlauf, Beispiel.

Häufige Fragen

Was kostet eine externe Antriebsauslegung?

Im Beispiel 3.800 bis 9.000 Euro netto, je nach Stufe. Der Stundensatz liegt bei 90 bis 140 Euro, zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Wie werden Softwarelizenzen in Angeboten behandelt?

Meist als Projektumlage aus der Jahreslizenz oder als separater Beschaffungsposten. Fragen Sie nach Wartungsanteil und Mehrplatzregelung.

Welche Stundensätze gelten 2025?

Interne Vollkosten 55 bis 75 Euro, externe Büros 90 bis 140 Euro, Hersteller 120 bis 180 Euro, Spezialisten 150 bis 220 Euro, jeweils netto und als Beispiel.

Sind Messfahrten und Nachweise förderfähig?

Teilweise, wenn sie Teil eines geförderten Entwicklungsvorhabens sind. Entscheidend ist die Zuordnung zum Vorhaben, nicht die Einzelleistung.

Wie viele Stunden sollte ein Angebot ausweisen?

Mindestens die vier Auslegungsstufen mit Stundenzahl, Satz und Nachtragsregel. Fehlen Messfahrten und Nachweise, kalkulieren Sie 15 bis 30 Prozent Reserve ein.

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