Elektromotoren

Antriebshersteller Angebote: Lastenheft, Preise und Lieferzeiten vergleichen

Antriebshersteller Angebote vergleichen: Aufnahmekriterien für die Herstellerliste, Lastenheft, Lieferzeiten in Wochen und ein Preisvergleich mit Rechenbeispiel.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fünf Aufnahmekriterien tragen die Herstellerliste: Produktspektrum, Lieferprogramm, Standorte in Deutschland, Ersatzteilversorgung und Lieferzeit in Wochen.
  • Ein Lastenheft mit Leistungsdaten, Umgebungsbedingungen, Schnittstellen und Normen macht Angebote erst vergleichbar.
  • Die Gesamtkosten setzen sich aus Kaufpreis, Energiebedarf, Ersatzteilhaltung und Ausfallrisiko zusammen, nicht aus dem Rabatt auf die Erstbestellung.
  • Lieferzeiten brauchen einen Bezugspunkt, getrennte Angaben für Lagerware und Auftragsfertigung sowie eine Regelung für Verzug.
  • Anbieter mit öffentlich dokumentiertem Programm sind unter anderem SEW-EURODRIVE, NORD Drivesystems, Lenze, Baumüller und Siemens.

Herstellerliste aufbauen: fünf Aufnahmekriterien

Eine Herstellerliste ist ein Arbeitsmittel und kein Adressverzeichnis. Jeder Eintrag muss sich mit wenigen Rückfragen belegen lassen, sonst beginnt bei jeder neuen Anfrage die Recherche von vorn. Für Antriebskomponenten haben sich fünf Kriterien bewährt, die sich aus öffentlich zugänglichen Unterlagen und einer kurzen Selbstauskunft klären lassen.

Wer die Liste jährlich nachführt, erkennt Verschiebungen im Programm, bevor sie in der Bestellung auffallen. Ein Anbieter, der eine Baugröße streicht oder ein Werk verlagert, verändert Lieferzeit und Ersatzteilweg. Solche Änderungen gehören in die Lieferantenakte und nicht in eine Randnotiz der letzten Bestellung.

Produktspektrum und Lieferprogramm

Produktspektrum und Lieferprogramm sind nicht dasselbe. Das Spektrum zeigt, welche Warengruppen ein Anbieter abdeckt: Getriebemotoren, Servomotoren, Frequenzumrichter, dezentrale Antriebselektronik, Steuerungen und teils Lineartechnik. Das Lieferprogramm zeigt dagegen, was tatsächlich bestellbar ist.

Für die Aufnahme zählt die kleinste und die größte verfügbare Leistungsklasse, die Zahl der Baugrößen und die Frage, ob Wicklungsvarianten, Bremsen, Gebersysteme und Sonderlacke zum Serienumfang gehören. Auch Ausführungen für explosionsgeschützte Bereiche oder für hygienische Produktionsumgebungen gehören in diese Zeile.

Wer mehrere Warengruppen bei einem Anbieter bezieht, senkt Schnittstellenaufwand und Ersatzteilvielfalt. Ein breites Programm hat jedoch einen Preis: Die Auswahl wird unübersichtlich, und Sonderwünsche verlängern die Lieferzeit. Kleine Anbieter sind dagegen oft schneller bei Sondervarianten, decken aber weniger Baugrößen ab.

Viele Hersteller stellen Konfiguratoren und Auswahlprogramme bereit. Sie liefern Typenschlüssel, Maßzeichnungen und Betriebsdaten, teils auch Preisindikationen. Für die Herstellerliste zählt, ob diese Werkzeuge ohne Kundenkonto nutzbar sind und ob sich die Daten in das eigene CAD- und ERP-System übernehmen lassen.

Kriterium Beleg Angabe, die im Angebot stehen muss
Produktspektrum Produktkatalog, Auswahltool abgedeckte Warengruppen, Leistungsbereich
Lieferprogramm Typenliste, Konfigurator Baugrößen, Varianten, Zubehör, Sonderausführungen
Standorte in Deutschland Werkliste, Lieferantenselbstauskunft Fertigungs-, Montage- und Servicestandorte
Ersatzteilversorgung Ersatzteilliste, Servicevereinbarung Verfügbarkeitszeitraum, Reaktionszeit, Ansprechpartner
Lieferzeit in Wochen Auftragsbestätigung, Kapazitätsauskunft Wochen mit Bezugspunkt, getrennt nach Lager und Fertigung

Standorte in Deutschland

Fertigungs- und Servicestandorte in Deutschland sind ein prüfbares Kriterium. Kurze Transportwege senken Frachtkosten und Durchlaufzeit, ein Servicestützpunkt in der Nähe verkürzt Reaktionszeiten bei Stillstand. In der Lieferantenbewertung lässt sich dieses Kriterium mit wenigen Daten abbilden.

Die Selbstauskunft sollte konkrete Werke, Lager und Servicestandorte nennen und nicht nur eine Vertriebsgesellschaft. Prüfenswert ist außerdem, ob Montage, Wicklung und Endprüfung am genannten Standort stattfinden oder nur der Versand. Diese Unterscheidung erklärt später, warum zwei Angebote desselben Konzerns unterschiedliche Lieferzeiten ausweisen.

Ersatzteilversorgung

Ersatzteilversorgung entscheidet, wenn eine Anlage steht. Das Angebot sollte einen Zeitraum nennen, in dem Verschleißteile, Ersatzmotoren und Austauschaggregate verfügbar sind, dazu die Reaktionszeit im Gewährleistungsfall und die Erreichbarkeit des technischen Supports.

Sinnvoll ist eine Ersatzteilliste mit Bestellnummern, die zum gelieferten Typenschild passt. Ergänzend gehören Angaben zu Reparaturmöglichkeiten, zum Austauschprogramm und zur Dokumentation dazu. Taucht ein Aggregat nach Jahren wieder im Servicefall auf, entscheidet diese Dokumentation über Tage oder Wochen Stillstand.

Für die Aufnahme hilft eine Probe mit einem konkreten Bauteil. Wer für ein Aggregat aus dem eigenen Bestand eine Ersatzteilanfrage stellt, erhält in wenigen Tagen ein belastbares Bild von Reaktionszeit und Auskunftsqualität.

Die Nachfrage nach Antrieben und Getrieben folgt der Entwicklung im Maschinenbau und im Verarbeitenden Gewerbe. Monatliche Produktions- und Umsatzdaten zu diesem Bereich veröffentlicht das Statistische Bundesamt in seinen Daten zu Industrie und Verarbeitendem Gewerbe. Die Zahlen ersetzen keine Lieferauskunft, zeigen aber, in welchen Phasen die Auftragsbücher typischerweise voll sind.

Lieferzeit in Wochen

Lieferzeit in Wochen ist nur mit Bezugspunkt eine belastbare Größe. Übliche Bezugspunkte sind der Bestelleingang, die Auftragsbestätigung oder der Klärungstermin nach technischer Abstimmung. Ohne diesen Zusatz lassen sich zwei Angebote nicht vergleichen.

Zu trennen sind Lagerware und auftragsbezogene Fertigung. Ein Standardgetriebemotor ab Lager wird anders disponiert als eine Sondervariante mit Bremse, Geber und Sonderwicklung. Erstmuster, Werkzeuge und Baumusterprüfungen laufen in eigenen Zeitplänen und dürfen die Serienlieferzeit nicht verdecken.

Zur Fertigungszeit kommt die Frachtzeit. Wer Termine plant, sollte Fertigung, Verpackung, Transport und Wareneingangsprüfung getrennt ausweisen. So bleibt bei Verzug nachvollziehbar, welcher Abschnitt die Verzögerung verursacht hat.

Anbieter mit öffentlichem Produktprogramm

Fünf Anbieter prägen den deutschsprachigen Markt für Antriebskomponenten und dokumentieren ihr Programm im Netz. Die folgenden Angaben stützen sich auf öffentlich zugängliche Unternehmensinformationen.

SEW-EURODRIVE mit Stammsitz in Bruchsal gilt als einer der größten Anbieter von Getriebemotoren und Frequenzumrichtern in Europa. Das Programm reicht von Stirnrad-, Flach- und Kegelradgetrieben über Servoantriebe bis zu dezentraler Umrichtertechnik. Für viele Einkäufer ist das Unternehmen der Referenzanbieter bei Standardantrieben, an dem sich andere Angebote messen lassen.

NORD Drivesystems aus Bargteheide in Schleswig-Holstein fertigt Getriebe, Motoren und Umrichter für horizontale und vertikale Antriebsaufgaben. Bekannt ist das Baukastensystem, bei dem Getriebe, Motor und Elektronik modular kombiniert werden. Für den Einkauf zählt, dass sich Varianten daraus reproduzierbar bestellen und über Typenschlüssel eindeutig beschreiben lassen.

Lenze aus Aerzen in Niedersachsen deckt Antriebe, Getriebe und Automatisierung ab. Das Produktangebot von Lenze reicht von Getriebemotoren über Servoantriebe bis zu Steuerungen und Visualisierung. Wer Motoren detailliert vergleicht, findet im Motorenprogramm von Lenze Leistungsdaten, Bauformen und Auswahlkriterien für die Angebotsanfrage.

Baumüller aus Nürnberg ist auf Antriebssysteme für den Maschinenbau spezialisiert. Das Produktportfolio von Baumüller verbindet Motoren, Umrichter und Steuerungen, die Elektromotoren von Baumüller decken Servo- und Hauptantriebe ab. Für Projektleiter ist die Kombination aus Antrieb und Steuerung aus einer Hand interessant, weil Schnittstellen entfallen.

Siemens führt Motoren unter der Marke Simotics und Umrichter unter Sinamics. Die Antriebstechnik ist organisatorisch in der Automatisierungssparte gebündelt, mit Standorten im Raum Erlangen und Nürnberg. Für Anwender mit bestehender Siemens-Steuerungswelt ist die Einbindung in Engineering und Diagnose häufig der wichtigste Aufnahmegrund.

Neben diesen fünf Anbietern sind weitere Hersteller aktiv, etwa ABB, Danfoss, Beckhoff Automation, Rockwell Automation oder Bonfiglioli. Sie gehören auf die Liste, wenn ihre Systeme im Werk bereits im Einsatz sind, weil Ersatzteile, Schulung und Engineering dann vorhanden sind.

Die Liste bleibt bewusst kurz. Drei bis fünf Anbieter je Warengruppe reichen für einen belastbaren Vergleich. Jede weitere Anfrage erhöht Aufwand und Abstimmungsbedarf, ohne die Entscheidung sicherer zu machen.

Das Lastenheft: Angaben, die Angebote vergleichbar machen

Ein Lastenheft beschreibt, was gekauft wird, und nicht, wer liefert. Es muss so vollständig sein, dass zwei Anbieter dieselbe Leistung kalkulieren. Fehlt eine Angabe, trägt jeder Anbieter seine eigene Annahme ein, und der Preisvergleich verliert die Grundlage. Öffentliche Auftraggeber beachten zusätzlich ihr Vergaberecht und die Schwellenwerte für EU-weite Vergaben.

Technische Leistungsdaten

  • Nennleistung in Kilowatt, Nenndrehzahl, Nennmoment, Anlaufmoment und Überlastfähigkeit.
  • Betriebsart, Einschaltdauer und Lastkollektiv, damit die Auslegung nachvollziehbar bleibt.
  • Spannung, Frequenz, Netzform und Betrieb am Umrichter mit Angabe des Feldschwächebereichs.
  • Wirkungsgradklasse nach IEC 60034-30-1, Leistungsfaktor und Verhalten im Teillastbereich.
  • Kühlart, Schutzart, Isolierstoffklasse, Bauform, Wellenabmessungen und zulässige Wellenbelastung.

Umgebung und Einbaubedingungen

  • Umgebungstemperatur, Aufstellungshöhe und Klimadaten am Einbauort.
  • Staub, Feuchtigkeit, Späne, Reinigungsmittel und Hygienevorgaben in der Produktion.
  • Schwingungen und Stöße, die von der angetriebenen Maschine auf das Aggregat wirken.
  • Explosionsschutz mit Zonenangabe, sofern brennbare Stäube oder Gase auftreten.
  • Platzverhältnisse und Einbaulage, einschließlich Zugänglichkeit für Montage und Wartung.

Schnittstellen, Elektronik und Sicherheit

  • Geber, Bremse, Steckverbinder und Kabeleinführung mit gewünschter Position.
  • Feldbusse wie PROFINET, EtherCAT, EtherNet/IP oder Modbus und die zugehörigen Gerätedateien.
  • Softwarestand, Parametrierschnittstelle und Updatefähigkeit der Antriebsregelung.
  • Sicherheitsfunktionen wie STO nach IEC 61800-5-2 und die geforderte Sicherheitskategorie.
  • Anforderungen an Diagnose, Fernzugriff und Protokollierung von Betriebsdaten.

Kaufmännische und logistische Angaben

  • Stückzahlen, Jahresvolumen, Abrufmengen und zulässige Losgrößen.
  • Preis je Stück, Staffelpreise, Werkzeugkosten, Erstmusterkosten und Preisanpassungsklauseln.
  • Verpackung, Fracht, Lieferklausel und Gefahrenübergang mit benanntem Lieferort.
  • Zahlungsbedingungen, Währung, Skonto und Laufzeit der Preisbindung.
  • Gewährleistung, Ersatzteilpreise, Schulung und Kosten für Inbetriebnahme.

Normen, Nachweise und Dokumentation

Für Drehstrommotoren gilt die EU-Ökodesign-Verordnung 2019/1781. Sie legt Mindestwirkungsgrade für Motoren fest und stellt Anforderungen an Drehzahlregelungen. Diese EU-Regel gilt unmittelbar und gehört mit der gewünschten Wirkungsgradklasse ins Lastenheft.

Für die Maschine greift die EU-Maschinenrichtlinie 2006/42/EG mit Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung. Die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 löst sie ab dem 20. Januar 2027 ab. Exporteure ergänzen Anforderungen nach UL, CSA oder CCC, wenn Abnehmer außerhalb der EU beliefert werden.

Zur Dokumentation gehören Datenblätter, Maßzeichnungen als 2D und 3D, Klemmenpläne, Prüfprotokolle und CAD-Makros. Auch die Sprache der Unterlagen und die Zahl der Ausfertigungen sollten im Lastenheft stehen.

Anfragepaket: Unterlagen für die Angebotsanfrage

Ein vollständiges Anfragepaket verkürzt die Rückfrageschleife erheblich. Es besteht aus dem Lastenheft, einer Einbauzeichnung, dem Typenschlüssel vergleichbarer Aggregate aus dem Bestand und einer Mengenangabe mit Zieltermin.

  • Lastenheft mit Leistungsdaten, Umgebung, Schnittstellen und Normen.
  • Einbauzeichnung, Wellenabmessungen und Angaben zur angetriebenen Maschine.
  • Stückzahlen, Jahresvolumen, gewünschter Lieferort und Zieltermin in Wochen.
  • Fragebogen zu Ersatzteilen, Lieferzeit, Dokumentation und Gewährleistung.
  • Anforderung an das Angebot: Preis je Stück, Nebenkosten, Lieferzeit und Gültigkeitsdauer.

Angebote vergleichen: Preise, Nebenkosten und Gewichtung

Vergleichbar werden Angebote erst nach dem Angleichen. Gleiche Stückzahl, gleiche Ausführung, gleiche Lieferklausel und gleicher Bezugszeitraum sind die Mindestbedingungen. Weicht ein Anbieter bei Schutzart, Wirkungsgradklasse oder Dokumentation ab, wird die Abweichung bewertet und nicht ignoriert.

Der Kaufpreis ist nur ein Teil. Fracht, Verpackung, Werkzeugkosten, Erstmuster, Softwarelizenzen, Inbetriebnahme und ein Startpaket Ersatzteile gehören in die Kalkulation. Auch Staffelpreise und die Bindung an ein Jahresvolumen verändern den Vergleich, wenn die tatsächliche Abrufmenge darunter bleibt.

Preisgleitklauseln gehören ausdrücklich in die Verhandlung. Kupfer-, Stahl- und Elektronikpreise schwanken, und ein Festpreis über zwei Jahre ist selten. Häufig wird eine Preisbindung für einen definierten Zeitraum mit benanntem Bezugsindex vereinbart.

Auch die Gültigkeitsdauer der Angebote gehört in die Matrix. Ein Angebot mit 30 Tagen Bindung und eines mit sechs Monaten sind unterschiedlich viel wert, besonders wenn die Freigabe durch technische Prüfungen mehrere Wochen dauert.

Hilfreich ist eine gewichtete Bewertungsmatrix. Sie macht Annahmen sichtbar und erlaubt, technische Erfüllung und Termintreue neben dem Preis zu gewichten.

Kriterium Gewichtung Punkte 1 bis 5 Gewichtete Punkte
Preis und Gesamtkosten 30 Prozent 4 1,20
Technische Erfüllung 25 Prozent 5 1,25
Lieferzeit und Termintreue 20 Prozent 3 0,60
Service und Ersatzteile 15 Prozent 4 0,60
Dokumentation und Schnittstellen 10 Prozent 4 0,40

Im Beispiel erreicht der Anbieter 4,05 von 5,00 möglichen Punkten. Die Matrix ist eine Beispielrechnung mit angenommenen Bewertungen und ersetzt keine technische Freigabe.

Rechenbeispiel: Mehrpreis gegen Energiekosten

Eine Beispielrechnung zeigt, wie schnell ein höherer Wirkungsgrad einen Mehrpreis trägt. Angenommen wird ein Getriebemotor mit 7,5 Kilowatt Wellenleistung, 4.000 Betriebsstunden im Jahr und einem Strompreis von 0,20 Euro je Kilowattstunde ohne MwSt.

Motor A erreicht im Beispiel einen Wirkungsgrad von 90 Prozent. Daraus folgen 8,33 Kilowatt Aufnahmeleistung, 33.333 Kilowattstunden Jahresverbrauch und 6.667 Euro Stromkosten je Jahr.

Motor B erreicht angenommene 92 Prozent. Die Aufnahmeleistung liegt bei 8,15 Kilowatt, der Jahresverbrauch bei 32.609 Kilowattstunden, die Stromkosten bei 6.522 Euro.

Die Differenz beträgt rund 145 Euro im Jahr. Kostet Motor B im Einkauf 200 Euro mehr, amortisiert sich der Mehrpreis nach etwa 1,4 Jahren. Über zehn Jahre summiert sich der Vorteil auf rund 1.450 Euro, ohne Zinsrechnung und ohne Preissteigerungen.

Lieferzeiten in Wochen belastbar vereinbaren

Die Wochenangabe wird erst durch die Vertragsformulierung belastbar. Fünf Schritte haben sich in der Praxis bewährt.

  1. Bezugspunkt festlegen, etwa 'Lieferzeit 12 Wochen ab Auftragsbestätigung, frei Empfangswerk', statt unbestimmter Angaben.
  2. Produktklassen trennen und für Lagerware, Standardfertigung, Sondervariante und Erstmuster je eine eigene Wochenangabe verlangen.
  3. Frachtzeit, Verpackung und Zollabwicklung getrennt ausweisen und dem Terminplan zuschlagen.
  4. Kapazitätsfenster reservieren, etwa über einen Abrufauftrag mit Lieferfenster je Quartal.
  5. Verzug regeln mit Eskalationsstufe, Ausweichlieferung, Pönalregel und dokumentierter Termintreue.

Termintreue wird gemessen und nicht geschätzt. Zugesagter Termin und tatsächlicher Wareneingang gehören in die Lieferantenbewertung und werden je Quartal ausgewertet. Fällt ein Anbieter wiederholt auf, wirkt das stärker als jeder Rabatt auf die Erstbestellung.

Verhandelbar ist die Lieferzeit über Mengenbündelung, Rahmenverträge und Standardisierung. Wer Variantenvielfalt reduziert, verkürzt Rüstzeiten und kommt häufiger in den Genuss von Lagerware.

Bei Serienbedarf lohnt der Blick auf die Fertigungstiefe. Ein Anbieter, der Getriebe, Motor und Umrichter selbst fertigt, kann Engpässe eher umsteuern als ein Anbieter, der Komponenten zukauft.

Häufige Fragen

Wie viele Antriebshersteller sollte ich anfragen?

Drei bis fünf je Warengruppe. Bei Standardware genügen drei, bei Sondervarianten mit Werkzeugkosten sind vier bis fünf sinnvoll, weil technische Rückfragen und Abstimmungen den Vergleich sonst verzögern.

Welche Lieferzeitangabe gehört ins Lastenheft?

Immer die Angabe in Wochen mit Bezugspunkt, getrennt nach Lagerware und auftragsbezogener Fertigung. Frachtzeit, Verpackung und Wareneingangsprüfung werden zusätzlich ausgewiesen und dem Terminplan zugeschlagen.

Wie vergleiche ich Preise bei unterschiedlichen Ausführungen?

Zuerst technisch gleichstellen: gleiche Schutzart, gleiche Wirkungsgradklasse, gleiche Schnittstellen und gleicher Dokumentationsumfang. Danach Preise, Nebenkosten und Energiebedarf über die geplante Nutzungsdauer rechnen.

Reicht das Datenblatt des Herstellers als Lastenheft?

Nein. Das Datenblatt beschreibt das Produkt, aber nicht die Aufgabe. Lastenheft und Datenblatt ergänzen sich: Anforderungen kommen vom Anwender, Kennwerte und Nachweise vom Hersteller.

Wie prüfe ich die Ersatzteilversorgung vor der Bestellung?

Ersatzteilliste mit Bestellnummern anfordern, dazu Verfügbarkeitszeitraum, Reaktionszeit, Servicestandort und die Zuordnung über Typenschild und Seriennummer. Diese Angaben gehören in den Vertrag und nicht nur in die Präsentation.

In diesem Leitfaden

  1. Antriebshersteller mit 5 Anbietern für Getriebemotoren in DeutschlandAntriebshersteller Liste: fünf Anbieter von Getriebemotoren in Deutschland mit Hauptsitz, Schwerpunkten, Leistungsbereichen in kW und technischen Unterlagen.
  2. Was Antriebspakete kosten und wie sich Angebote vergleichen lassenAntriebspakete Kosten: Preisspannen netto für Motor, Getriebe und Umrichter, dazu Energie, Ersatzteile, Schulung und BAFA-Förderung plus Beispielrechnung.
  3. Checkliste für die Angebotsanfrage bei AntriebsherstellernCheckliste Angebotsanfrage: Pflichtangaben von Nennmoment über Betriebsart nach IEC 60034-1 bis Lieferzeit, Verpackung, Ersatzteile und Vergaberecht.

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