Elektromotoren
Teil von Antriebshersteller Angebote: Lastenheft, Preise und Lieferzeiten vergleichen
Was Antriebspakete kosten und wie sich Angebote vergleichen lassen
Antriebspakete Kosten: Preisspannen netto für Motor, Getriebe und Umrichter, dazu Energie, Ersatzteile, Schulung und BAFA-Förderung plus Beispielrechnung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Listenpreise für Motor, Getriebe und Umrichter sind nur ein Baustein. Energie, Ersatzteile, Inbetriebnahme und Schulung entscheiden über die Gesamtkosten.
- Für ein Antriebspaket von 1,5 bis 7,5 kW liegen die Nettoinvestitionen meist zwischen 1.500 und 8.000 Euro.
- Die Energiekosten übersteigen die Anschaffung bei vielen Anwendungen nach zwei bis vier Jahren.
- BAFA und Länderprogramme bezuschussen zuwendungsfähige Ausgaben. Die Quote hängt von Unternehmensgröße und Fördermodul ab.
- Vergleichen Sie Angebote mit einer Vollkostenrechnung über die geplante Nutzungsdauer statt über den Listenpreis.
Was Motor, Getriebe, Umrichter und Zubehör kosten
Die Erzeugerpreisstatistik des Statistischen Bundesamtes für das Verarbeitende Gewerbe zeigt, wie stark Preise für elektrische Maschinen schwanken.
Für die Kalkulation helfen Orientierungswerte. Die folgenden Nettospannen stammen aus dem Markt und sind keine Angebotszusage. Ein Drehstrommotor mit 1,5 kW kostet 250 bis 650 Euro, mit 7,5 kW 700 bis 1.600 Euro, mit 30 kW 2.500 bis 6.000 Euro. Getriebemotoren liegen je nach Bauart 30 bis 60 Prozent darüber. Planetengetriebe kosten einzeln 400 bis 2.500 Euro.
Umrichter liegen bei 0,75 kW zwischen 250 und 600 Euro, bei 7,5 kW zwischen 900 und 2.200 Euro und bei 30 kW zwischen 2.500 und 6.500 Euro. Zubehör wie Bremse, Geber, Netzfilter, Drossel und Schaltschrank macht 15 bis 30 Prozent des Komponentenwerts aus.
Öffentliche Preislisten sind in der Antriebstechnik selten. Hersteller veröffentlichen vor allem technische Daten, etwa in der Motorenübersicht von Baumüller, und nennen Preise im Projektangebot. Projektierung, Montage und Schaltschrankbau kommen zur Hardware hinzu.
Energie, Ersatzteile, Inbetriebnahme und Schulung
Energie ist der größte Kostenblock. Für Industriekunden liegen die Strompreise je Kilowattstunde netto häufig zwischen 0,20 und 0,30 Euro. Ein 7,5-kW-Motor mit 4.000 Betriebsstunden und einem Wirkungsgrad von 0,9 verbraucht rund 33.300 kWh pro Jahr. Bei 0,22 Euro je kWh sind das etwa 7.300 Euro jährlich.
Bei Pumpen und Ventilatoren sinkt die Leistungsaufnahme im Quadrat zur Drehzahl. Eine Regelung auf 80 Prozent Drehzahl halbiert den Bedarf ungefähr. Ersatzteile wie Lager, Dichtungen, Lüfter und Bremsen kosten jährlich zwei bis fünf Prozent der Investition.
Integratoren rechnen die Inbetriebnahme mit 80 bis 150 Euro je Stunde netto ab, üblich sind 8 bis 40 Stunden. Schulungen kosten 500 bis 1.500 Euro je Teilnehmer netto. Diese Positionen fehlen in vielen Listenpreisvergleichen.
Beispielrechnung für ein Antriebspaket mit 7,5 kW
Das folgende Beispiel ist eine Modellrechnung für ein Förderband über zehn Jahre, keine Zusage eines Anbieters. Alle Beträge sind netto, die Mehrwertsteuer von 19 Prozent steht in der letzten Zeile.
| Position | Betrag netto | Zeitraum |
|---|---|---|
| Motor, Getriebe, Umrichter, Zubehör | 6.200 Euro | einmalig |
| Inbetriebnahme, 20 Stunden | 2.200 Euro | einmalig |
| Schulung, zwei Teilnehmer | 1.800 Euro | einmalig |
| Energie, 4.000 Stunden je Jahr | 7.300 Euro | je Jahr |
| Ersatzteile und Wartung | 350 Euro | je Jahr |
| Summe | 86.700 Euro | zehn Jahre |
| Mehrwertsteuer 19 Prozent | 16.473 Euro | zehn Jahre |
Die Investition macht rund zwölf Prozent der Gesamtkosten aus. Energie und Wartung tragen den Rest. Senkt eine Drehzahlregelung den Energiebedarf um 30 Prozent, spart das 21.900 Euro netto über zehn Jahre. Ein Umrichter mit 1.500 Euro Mehrpreis amortisiert sich damit im ersten Jahr.
Förderung über BAFA und Länderprogramme
Die BAFA-Übersicht zur Energieeffizienzförderung bündelt Programme für hocheffiziente Antriebe, Umrichter und Querschnittstechnologien. Gefördert werden zuwendungsfähige Ausgaben. Die Förderquote richtet sich nach Unternehmensgröße, Modul und Standort. Anträge stellen Sie vor Vorhabenbeginn.
Ergänzend listet die Förderdatenbank des Bundes Programme von Ländern und Kommunen, etwa für Energieberatung und Effizienznetzwerke. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob Motor, Getriebe und Umrichter die technischen Anforderungen erfüllen. Die förderfähigen Kosten sind je Programm gedeckelt.
Angebote vergleichen: fünf Schritte
- Bedarfsdaten festhalten: Leistung, Drehmoment, Drehzahl, Betriebsstunden, Umgebungstemperatur.
- Liefergrenzen der Angebote abgleichen: Schaltschrank, Verkabelung, Montage, Dokumentation.
- Verbrauch je Variante mit dem eigenen Strompreis und den geplanten Betriebsstunden rechnen.
- Ersatzteilpreise und Lieferzeiten schriftlich abfragen.
- Förderfähigkeit klären und den Antrag vor der Bestellung einreichen.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die typischen Kosten für ein Antriebspaket?
Entscheidend ist die Summe über die Nutzungsdauer. Bei kleinen Leistungen bis 7,5 kW dominieren Umrichter und Montage, bei großen Antrieben ab 30 kW der Motor und das Getriebe.
Warum weichen Angebote bei gleicher Leistung stark ab?
Unterschiede entstehen durch Getriebebauart, Umrichterfunktionen, Schutzart, Zubehör und Liefergrenzen. Auch Losgrößen und Lieferzeiten beeinflussen den Preis.
Welche Förderung gibt es für effiziente Antriebe?
Das BAFA fördert Effizienzmaßnahmen in der Wirtschaft, darunter hocheffiziente Antriebe. Länderprogramme ergänzen dies. Quote und Höchstbetrag hängen vom Modul und der Unternehmensgröße ab.
Wann lohnt sich ein Umrichter aus Kostensicht?
Wenn der Antrieb häufig mit Teillast läuft. Bei Pumpen und Ventilatoren sinkt der Energiebedarf überproportional zur Drehzahl. Der Mehrpreis rechnet sich oft in unter zwei Jahren.